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Den 17. September 2017

Wasserfälle und Steinböcke

Gestern bin ich in Weisstannen angekommen, im Ort wo ich Ende Juli meine Wanderung über den Grünen Weg der Via Alpina beendet habe. Als ich am Bahnhof von Sargans ankam, hatte ich Glück:

der erste Bus der von Sargans nach Weisstannen fuhr war der von einigen Minuten na fünf am Nachmittag. Den ganzen Tag war die Strasse von Mels nach Weisstannen gesperrt für den Verkehr wegen der Alpabfahrt: der jährlich zurückkehrende Abzug der Kühe von den Alpenweiden oberhalb Weisstannen ins Tal, nach Mels. Eine solche Abfahrt ist traditionell verbunden mit vielem “Volkstümlichen”, Trachten, viele Stände entlang der Strasse mit Essenswaren und Getränken, Kühe die geschmückt sind mit Blumen. Der Bus musste sich durch eine fröhlich redende und winkende Menschenmenge drängen. Weiter bergauf war die Stadtreinigung beschäftigt mit dem Löschen der Spuren der Kühe. Halbwegs der Fahrt fing es an zu regnen, die Bergen hüllten sich in Nebel und der Fluss Seez führte viel Wasser.

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Weisstannen: Mit dem Bus nach Weisstannen

Um Viertel vor sechs kam ich an in Weisstannen und meldete mich in Hotel Gemse, wo man am Stammtisch die Alpabfahrt nochmals ausgiebig weiterbesprach mit kleinen Glässchen dabei. Nach der lange Reise in überfüllten Zügen war die Ruhe im Dorf und die Gemütlichkeit im Hotel eine Aufleichterung. Der Regen ging nieder, aber im Dorf war alles friedlich.

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Weisstannen: Die Kirche von Weisstannen im Regen

Heute Morgen hatte der Regen aufgehört und die Bewölkung war auch nicht mehr so dick, also habe ich mich auf den Weg gemacht für eine “Testwanderung” zu den Batöni Wasserfällen – einen 3½-stundigen Rundgang. Bei meinem vorherigen Besuch hatte ich einen Informationsstand gesehen mit dem fesselnden Titel “Orte des Staunens“. In und um Weisstannen gibt es drei solche Orte: der alte Lindenbaum im Dorf, zwei grosse Steine (ein “Doppelstein“) halbwegs und die Batöni Wasserfälle am Anfang des Tales. An diesen Stellen sollten magische Kräfte verbunden sein. Es schien mir wie auch immer eine schöne Wanderung. Der Herbst fängt diese Jahr früher an als sonst, weil überall schon viele Herbstfarben auf den Hängen zu sehen sind.

Nicht nur der Regen der vergangenen Wochen hat seine Spuren hinterlassen auf dem Weg, aber auch die Kühe von gestern… Es wurde eine ziemlich sumpfige Wanderung, aber mit vielen besonderen, magischen Momenten.

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Weisstannen: Nach Batöni – mystisch oder nur nebelig?

Unterwegs begegnete ich auch jeglichen Obstakeln: kleine Nebenbächlein die ich durchwaten musste, steile Bergwege mit “Treppen”, steinige Flussbette und eine grosse Schlammpfütze, verursacht durch den Regen und einen kleinen Erdrusch (aber in welcher Reihenfolge?).

Der Doppelstein und die drei mächtigen Wasserfälle in der Batöni Arena haben mich beeindruckt. Bei den Steinen spürte ich die Energie nicht so richtig, aber bei den Wasserfällen schon! Welch eine stille Kraft geht von diesen Kaskaden von Wasser aus und dazu die Konturen der Berge ringsum…

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Weisstannen: Die zwei Steine halbwegs Batöni

Die meisten Sommerblumen waren ja ausgeblüht, aber ich sah auch Herbstzeitlosen – eine ganze Weide voll in der Nähe der Unterlavtinahütte.

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Weisstannen: nach Batöni – die Unterlavtinahütte auf eine Stunde Marsch von Weisstannen

Aber das wirklich magische Moment für mich war die Sichtung von vier Steinböcken, zwei waren etwas älter und zwei etwas jünger zu schätzen am Anzahl der Jahrringder Hörner! Ich sah einen braunen Blitz und da eilten sie davon, den Berg hinauf, ab und zu Halt machend. Es war die Frage: wer schaut wen an! Ich was zu spät für die Kamera, aber rechtzeitig für das Fernglas. Näher herangekommen sah ich die feste Wildwechsel: von Berg zum Wasser und wieder zurück. Welch eine Wonne…

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Weisstannen: nach Batöni – hier flüchteten die vier Steinböcke den Hang hinauf und verschwanden

Wieder zurück im Dorf schien die Sonne wieder; es wurde angenehm warm. Ein Besuch am örtlichen Museum (“die Alte Post” oder auch “Post-ab!”) lohnt sich richtig! Dieses alte Gebäude, das aus dem 18. Jahrhundert datiert und bis in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Postamt von Weisstannen gedient hat, ist vor ungefähr fünf Jahren mit viel Liebe und Hingabe restauriert. Hier wird nicht nur die Geschichte des Weisstannentals erzählt anhand einiger Themen, aber auf dem Dachboden ist auch eine künstlerisch eingerichtete und sehr lustige Animationsshow, worin viele Aspekte der Gegend gezeigt werden.

Heute hat der Regen keine grosse Rolle gespielt, aber ich habe bemerkt wie sehr der Boden mit Wasser gesättigt ist. Diese Gegebenheit ist bestimmt entscheidend für meine Pläne von Morgen… Als ich bei Ankunft meinen Gastgebern im Hotel erzählte dass ich vorhatte am Montag zu Fuss von Weisstannen nach Elm zu wandern, sagte die Dame dass er viel Schnee geben könnte am Foopass (die Passhöhe ist auf mehr als 2.200m ü.M.) und der Herr sagt dass es auch neblig sein könnte. Mit den heutigen Erfahrungen hinzugefügt, ist mein Beschluss wohl gefasst: ich werde mit dem öffentlichen Verkehr nach Elm verreisen!

Ich habe eine schöne Zeit verbracht in Weisstannen – es war schon in vielerlei Hinsicht ein Kontrast zum letzten Mal, an diesem heissen Tag in Juli. Doch bin ich mich sicher dass ich nochmals zurückkehre an diesem bestimmt magischen Ort!