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Den 2. Juli 2018

Ausruhen nach allen Aktivitäten!

Heute Morgen habe ich schon um halb acht das Hotel Weishorn verlassen, nach einem reichhaltigen Frühstück mit (wieder) Birchermüesli (diese Version war auch sehr gut, weil sie ausgiebig mit Waldbeeren und Roten Johannisbeeren gefüllt war) und hausgemachten Quetschen Konfiture auf gutem Weissbrot. Die Welt war noch kühl und frisch vom Tau.

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St. Luc: unterwegs vom Hotel Weisshorn ins Tal

Ich wählte den steilen Abstieg nach St. Luc durch den Wald über einem Pfad der im Winter genützt werden kann von Schneeschuhwanderern. Hotel Weisshorn hat auch während einer Periode im Winter geöffnet. Im Wald hatten Frostarbeiter schon viele Arbeit geleistet: überall lagen lange Stämme von Fichten, die Seitenäste waren schon abgestreift. Angeblich hatten sie sich auch noch die Zeit genommen für etwas Künstlerisches: Pilze! Derjenige der in Leukerbad die Sitzbank gesägt hat, ist deutlich praktischer veranlagt. Letztes Jahr sah ich in Elm (Kanton Glarus) auch schon ein kleines Kunstwerk.

Für den steilen Abstieg hatte ich ungefähr 1½ Stunde gerechnet, damit ich reichlich Zeit hätte für das Postauto von 9.52 Uhr in St. Luc. Unterwegs sah ich, ausser den hölzernen Pilzen, auch noch schone Ausblicke auf den gegenüberliegenden Berghang oberhalb von St. Jean, der im Morgenlicht aufhellte, und einen grossen Pfahl mit dem kernigen Text: „Le Centre“ und der Zifferkombination „612.813“. Gemeint ist der geografische Mittelpunkt des Kantons Wallis! Nach dem Schweizerischen Bundesamt für Landestopografie liegt jener Mittelpunt auf dieser Wiese in der Nähe von Gillou auf 1.870 M Höhe oberhalb von St. Luc mit den Koordinaten E 612.813/N 117.582.

Ich näherte immer mehr St. Luc – es wurde auch immer wärmer. Ich konnte mich gut eindenken dass es gestern im Rhônetal bei Sierre fast 34°C gewesen war! Die Wärme was zweifellos auch gut gewesen für das Heu das hinten im Laderaum eines Kleinlasters lag. Der Laubbläser, der Rechen und die Sammelbeutel lagen daneben. Als ich zurückschaute sah ich Hotel Weisshorn, hoch oben auf dem Berg.

Am Rande des Dorfes, bei den Sportanlagen von Le Prilet, steht eine kleine Wegkapelle, sie ist der „Notre Dame de la Route“ gewidmet. Ganz unten am Holzschnittbrett steht der Text „Notre Dame de la Route protégez-nous“ geschnitten: „Unsere Liebe Frau der Wege, beschütze uns“. Das sollte zusammen mit dem „Christoffel“ an meinem Armband reichen.

Na…, am Ende schon! Als ich tatsächlich recht zeitlich in St. Luc ankam und beim kleinen Supermarkt (mit „sérac“ im Angebot) und „La poste“ geduldig wartete, kam um 9.52 Uhr das Postauto um die Ecke und… fuhr weiter! O je, es würde mir doch nicht passieren, dass nach allen Vorbereitungen…! Ich rannte mit meinem Gepäck, winkend und laut rufend hinter dem Bus ‒ der ordentlich halt hielt bei der Bushaltestelle! Ich war nicht gerade vernünftig gewesen: ich hätte sehen müssen dass die Haltestelle ungefähr 150 Meter weiter war. Ich stürmte in den Bus, ganz ausser Atem. „Respirez, Madame, respirez!“ („Atmen Sie mal durch, Madame, atmen Sie mal durch!“, sagte der Busfahrer freundlich zu mir. Er fragte wohin ich reisen möchte, „pas de problème“: er hatte die ganze Schweiz in seinem Computer. Zu der Zeit dass ich „Scuol-Tarasp“ buchstabiert hatte und dass ich über Bern und Landquart reisen möchte, war ich schon wieder auf Atem gekommen…. Und hatte mein Billett in der Hand.

Die Busfahrt nach Sierre verlief ohne weiteren Problemen. Jetzt konnte ich erst etwas genauer hinschauen zu den Steilhängen und tiefen Abgründen entlang dem Weg von St. Luc nach Sierre. Irgendwo in der Tiefe fliesst die Navizence von den Berggebieten wo ich gestern so wunderbar gewandert bin, zur Rhône.

Ab Sierre führte die Reise zuerst nach Visp, entlang dem Gebiet wo ich während meines Aufenthalts in Leukerbad gewandert und die Etappe 98 des Roten Weges gegangen bin. Es war lustig zu bemerken dass ich viel mehr Details sah als vorher! Nach Visp dauerte es 20 Minuten um den 35 Kilometer des Löstchberg-Basistunnels zurück zu legen. Nach dem Umsteigen in Bern und Zürich kam ich wieder auf bekanntes Terrain: entlang dem Walensee, wo die sommerliche Wärme, aber auch das gewitterhafte Wetter, gut sichtbar war aus dem Zug mit Klimaanlage.

Ab Landquart reiste ich weiter mit der Schmalspurbahn der Rhätische Bahn; hier kann man einfach noch die Fenster öffnen, angenehme Frische, aber wenige angenehm in den Tunnels… Die Landschaft an der Nordseite des Vereinatunnels bei Klosters ist lieblich und grün – bestimmt jetzt mit den Kontrasten der aufbauschenden Wolken.

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Prättigau: unterwegs mit der Rhätischen Bahn zwischen Lanquart und Klosters

Um 16.15 Uhr kam ich in Scuol an und war froh um wieder in Hotel Altana zu verbleiben. In der Zwischensaison haben sie viele Innovationen durchgeführt. Ich bekam ein schönes, erneuertes Zimmer auf der Südseite. Hier werde ich in den kommenden Tagen angenehm untergebracht sein! Es war gut, um wieder zurück zu sein.