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Den 20. Juli 2017

“Nächster Halt Sargans”

Nächster Halt Sargans“. Normalerweise ist diese Durchsage im Zug für mich und viele Mitreisenden ein Zeichen dass wir allmählich unser Gepäck beisammen suchen sollten, weil der darauf folgende Bahnhof, der ungefähr 8 Minuten später erreicht wird, ist Landquart: umsteigen auf die Schmalspurbahn nach vielen Orten in Graubünden.

Heute war diese Durchsage jedenfalls das Zeichen dass ich mein Ziel erreicht habe. Ab Sargans werde ich einige Etappen der Via Alpina wandern und dieses Mal über den Grünen Weg, der von Liechtenstein (Sücka und Vaduz) über Sargans durch das Herz der Schweiz nach Lenk lauft und dort wieder auf den Roten Weg anschliesst, aber dann sind wir schon viele Etappen unterwegs…

Bis auf jetzt war die Zugreise ab Zürich in Richtung Kanton Graubünden jedes Mal wieder ein interessantes Trajekt zu einem nächsten Ziel, aber da ich jetzt in Sargans aussteigen sollte, schaute ich etwas bewusster nach den beeindruckenden Berghängen der Bergkette Churfirsten. Diese Bergkette ragt steil auf am Nordufer des Walensees. Die skurril-geschichteten Felsformationen weisen deutlich hin auf die gigantischen Kräfte die freigesetzt worden sind während des Entstehens der Alpen vor vielen Millionen von Jahren. Dieses Gebiet liegt in unmittelbarer Nähe vom an der Südseite des Walensees liegenden Gebiet das seit 2008 zum UNESCO Welderbe “Tektonikarena Sardona” gehört. Hier kann man die berühmte Glarner Hauptüberschiebung sehen: ein geologisch Phänomen wobei ältere Gesteinsschichten über jüngere Gesteinsschichten geschoben sind. Aber auch das ist etwas für spätere Etappen des Grünen Weges.

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Walensee: Blick auf ein Teil der Churfirsten

Nach der schönen Zugreise kam ich an in Sargans und ins ruhige Hotel Post. Mit den Kenntnissen die ich erworben hatte durch die Übersetzungen ins Niederländische der “Detaillierten Beschreibung des Wegverlaufs” und “Natur- und Kulturerbe” der Via Alpina Webseite, die zu den Etappen gehören welche ich vorhabe zu wandern (C1 – C3a) machte ich mich auf den Weg zur alten Stadtmitte. Das Schloss Sargans und darüber der Berg Gonzen ragten hoch über mich hinaus.

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Sargans: Schloss Sargans und der Berg Gonzen

Überall auf den Hängen gibt es Weinberge und überall ist der Blick fantastisch.

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Sargans: Blick nach Norden ins Rheintal vom Schlosshügel mit dem Schloss von Vaduz im Hintergrund

Auf den Trockensteinmauern machten sich die Eidechsen in grosser Eile davon, ausser derjenige die den Stein sehr angenehm warm fand… Später sah ich eine andere Eidesche die senkrecht den Schlossmauer hochrannte als ob die Schwerkraft nicht existierte …!

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Sargans: Sonnende Eidechse am Schlosshügel

Das Schloss hatte eine grosse Anziehungskraft auf mich, weil ik gesehen hatte auf welch einer strategischen Stelle es gebaut worden ist. Die Römer sollten hier auch schon einen Wachposten gehabt haben. Auf dieser Stelle hat der Rheingletscher in längst vergangenen Zeiten das Tal des Flusses Seez abgespaltet vom Rheintal. Der Fels worauf jetzt das Schloss steht ist aus hartem Quintnerkalk. Die kargen Grasswiesen auf dem Felsen sind geschützt wegen der besonderen Flora und Fauna – wie ein Informationstafel angibt.

Ich habe ebenfalls dem nachgegeben was das Schloss noch so mehr zu bieten hatte: einem Restaurant. Also genoss ich einige Zeit später ein gutes Glas Rotwein, “Melser” aus Sargans und einen Teller Capuns. Das sind Päckchen von in Mangoldblättern gewickelten Füllung aus in Milch eingeweichtem Brot oder Pastateig, Gemüsen, Speck und Kräutern, welche leise gekocht werden und nachher überbacken mit einer Käsesauce… Es ist ein traditionelles Gericht aus dem Kanton Graubünden, der von Sargans gesehen nur wenige Kilometer entfernt ist.

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Sargans: Capuns mit einem Gläschen “Melser” Rotwein

Halbwegs dem steilen Weg steht die Kapelle aus 1502 die an St. Sebastian (der “Pest-Heilige”) geweiht worden ist. Auf den Zurückweg wurde ich erwischt von einem Regenschauer, aber auch überrascht von einem Regenbogen mit der Kapelle im Bild. Der Regenbogen war immer noch da als ich wieder im Hotel war.

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Sargans: Der Regenbogen mit dem Turm der St. Sebastian Kapelle

Morgen gehe ich weiter auf meine Wanderungen und auf meinen Weg ….