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Den 22. September 2017

Neue Entdeckungen im Engadin

Als ich gestern aus Elm abreiste und mich auf den Weg machte ins Engadin, schien die Sonne aufs Neue. Des Schnees wegen strahlten die Gipfel der Berge ringsum Elm in der Morgensonne.

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Blick von Elm südwärts: der Hausstock (r.)

Von Bus und Zug konnte ich sehen wie jeder, Mensch und Tier, froh war mit dem Rückkehr des sonnigen Wetters: Bauern liefen hinter ihren Mähmaschinen im Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln und ein Fuchs wärmte sich im Windschatten an die Sonne.

In Scuol war ich froh um wieder in Hotel Altana ein zu checken, und danach eine Runde durch das Dorf zu machen. Zum Abendessen standen u.a. “Pizokels” und mein Favorit “Capuns” auf dem Bündner Menü!

Heute Morgen nahm ich zeitig den Zug um nach dem Dorf S-chanf zu gehen, das im mittelen Teil des Engadins liegt, zwischen Zernez und Zuoz. Hoch oberhalb S-chanf befinden sich auf der Bergschulter, La Sassa, zwei interessante Orte: der “Menhir von Prospiz” und auch die “Botta Striera”, Überreste einer Niederlassung aus ungefähr 800 vor Christus. Das war mein Reiseziel: auch hier war wieder eine gewisse Magie angesagt!

2004 und 2005 bin ich einige Male in S-chanf gewesen. Heute habe ich nochmals kurz durch das alte Dorfteil spaziert und auf der Innbrücke einige Fotos gemacht. Rechts auf das Foto ist der steile Weg bergauf zu sehen: der Weg nach Acla Laret auf der Via Engiadina, die Etappe zwischen Zuoz und Cinuos-chel-Brail… Es war klar dass ich mich ziemlich anstrengen sollte um die magischen Stellen zu erreichen!

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S-chanf: Blick aufs Dorf von der Innbrücke – an der rechten Seite der steile Weg nach oben

Wieder zurück am Bahnhof fing ich den langen, steilen Aufstieg an um oben auf La Sassa zu kommen.

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La Sassa ragt über S-chanf hinaus

Die Anstrengungen lohnten sich sehr: sie resultierten in viele schöne Panoramas.

Von der Alpenhütte mit Ställen auf der Acla Laret (2.001m ü.M.) verlief der Weg ohne viel Höhenunterschied in die Richtung des Menhirs und der Botta Striera. Die Landschaft war jetzt auch unterschiedlich, weniger grün und es war stiller.

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S-chanf: Blick vom Höhenweg bei Acla Laret nach Norden

Nach einer halben Stunde näherte ich den Wegweisern zum “Menhir von Prospiz” und zu der “Botta Striera La Sassa, S-chanf antic“. Ein steiler Abstieg führte mich zur offenen Senke im Gelände mit darauf einem grossen Felsblock, der sozusagen aus dem Boden aufragt und ungefähr 2,2 Meter hoch ist. Der Stein is positioniert in einer exakten Ost-West Richtung am östlichen Rand der Senke. Auf der Nordseite des Steines ist ein Schild mit weiteren Informationen.

Es ist ein besonderer Ort, hoch oberhalb S-chanf, wo von 800 vor Christus Menschen wohnten mit ihren eigenen Kultur aus der Latène Zeit. Abgesehen von was wir jetzt de facto wissen über diese Kultur, sind an diesem Ort auch andere Aspekte verbunden die eher von esoterischer Natur sind. Auf dem Info-Brett wird hingewiesen auf die starke natürliche magnetische Strahlung an der Nordseite des Menhirs. Der Webseite von Engadin/St. Moritz nach haben Sachverständige in Sachen der Geomantie (die esoterische Wissenschaft die Zusammenhänge erforscht zwischen den sogenannten subtil energetische Wirklichkeit und der physisch sichtbaren Wirklichkeit) entdeckt dass die magnetische Strahlung 73.000 Bovis-Einheiten (eine Einheit für Lebensenergie entwickelt vom Franzosen André Bovis) beträgt, zu vergleichen mit dem Strahlungsfeld der Kathedrale von Chartres. Obwohl nicht jeder hiervon überzeugt ist, wird in der Kartierung des Schweizerischen Eidgenössischen Amtes für Zivilluftfahrt diesen Ort bezeignet als einen der höchst magnetischen Orte der ganzen Schweiz. Auch in der renommierten schweizerischen Zeitung die Neue Züricher Zeitung ist ein interessanter Artikel erschienen über “Kraftorte“. Es ist auch witzig zu lesen dass in der englischen Version der Webseite von Engadin/St. Moritz gesprochen wird von “geomagnetism“, ein Forschungsgebiet über das Erdmagnetfeld mit deutlich grösserer naturwissenschaftlichen Vorgehensweise. Für eine begeisterte Wanderin wie ich ist dies alles, ehrlich gesagt, wohl etwa (zu) ehrgeizig: ich habe dort einfach gewandert und die Landschaft genossen, in dem Wissen dass viele Generationen vor mir an dieser Stelle schon ihre Fussspuren hinterlassen haben.

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S-chanf: Blick auf die Prospiz Ebene mit dem Menhir

Als ich vom Menhir weiterlief zu La Botta Striera sah ich zu meiner Freude eine blühende Silberdistel; bis auf jetzt hatte ich nur die verblühten Blumen vorgefunden, die das ganze Jahr über als kleine Skelette im Grass zurückbleiben – auch schön!

An der Stelle wo sich ab 800 vor Christus die Niederlassung “La Botta Striera” befand, war auf erstem Blick nichts spektakuläres zu sehen, ausser dass man von oben einen wunderschönen Blick über das heutigen Dorf S-chanf und das Tal hatte.

Auch hier steht wieder ein grosser Informationstafel mit einer Lageskizze und der Bruchteilen eines Tongefasses. Der aus Celerina stammende Kreisförster und Forscher Ed. Campell hat in den Jahren 1932 und 1933 Ausgrabungen durchgeführt und diese Niederlassung kartiert. Viele Funde sind ausgestellt worden im Engadiner Museum  in St. Moritz.

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S-chanf: Grundriss von “la Botta Striera”

Nach abermals das Panorama bewundert zu haben folgte ich meinem Weg in die Richtung des Dorf Cinuos-chel und des Bahnhofes Cinuos-chel-Brail. Es ist deutlich die Erntesaison der Preisselbeere, weil ich verschiedene Personen sah die sich beugten über kleine Gebüsche!

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Cinuos-chel: Preisselbeere (Vaccinium vitis-idaea)

Der Via Engiadina folgend kam ich ein wenig später in den Weiler Chapella mit seinem Hospiz Chapella datierend vom späten 16. Jahrhundert, der heutzutage für Gruppenakkommodation zu Verfügung steht.

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Das Kloster-Gasthaus Chapella zwischen S-chanf und Cinuos-chel aus dem späten 16. Jahrhundert

Mit einigem Glück erreichte ich noch gerade den Zug am Bahnhof Cinuos-chel-Brail nach Scuol. Es war wieder ein besonderer und inspirationsreicher Tag!