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Den 13. Mai 2018

Der Weg von Napoleon und Französische Musik

Auf meinem Weg zum Bus der mich nach Opicina bringen sollte für die Fortsetzung meiner Wanderung passierte ich eine besondere Skulptur: die „Penna Alpina“. Es ist eine Würdigung der „Alpini“, eine Untergattung der Italienischen Armee die vor allem in Gebirgsregionen (die Alpen) einsetzbar ist (die Alpini wurden vor kurzem noch eingesetzt in Afghanistan).
Die Feder ist eine Rabenfeder und gehört traditionsgemäss auf dem Filzhut der „Alpini“. Die Skulptur ist entworfen von Marcello Mascherini.

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Trieste: „Penna Alpina“ (Kriegsdenkmal für die „Alpini“, die Gebirgsjäger)

Nach Ankunft beim Obelisk von Opicina folgte ich der sogenannten „Camminata Napoleonica“, dem Napoleons Weg. Die Truppen von Napoleon haben diesen Weg gebaut auf ihren Durchzug im Karstgebiet. Hiernach einige stimmungsvolle Bilder:

Der Blick war atemberaubend, also noch mal ein sonniges Bild:

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Opicina: Blick auf den Golf von Trieste mit in der Ferne Kroatien

Ein nächster Halt auf meiner Wanderung ist die Kirche von Monte Grisa. Dieses monumentale, aus rohem Beton aufgezogene Gebäude datiert von 1966. Überall von Trieste her ist die Kirche sichtbar. Sie ist entstanden aus dem Einlösen eines Gelübdes aus dem letzten Kriegsjahr 1945 das der damalige Erzbischof von Trieste, Msgr. Antonio Santin, hatte abgelegt: wenn die Stadt unversehrt aus dem Krieg käme, dann würde er eine Kirche zu Ehren Maria errichten. Es ist ein beeindruckendes Gebäude, wovon die Farbe des rohen Betons übereinstimmt mit der Farbe des Karstgesteines. Obwohl das verwendete Material qua spezifisches Gewicht schwer ist, fühlt sich das Gebäude leicht und luftig an – ganz etwas Besonderes. Das Gebäude selbst hat der Form von drei Dreiecken: eine Andeutung auf der Heiligen Dreifaltigkeit. Es wurde am Moment als ich da war, gerade eine Messe zelebriert – die Akustik ist überwältigend und der Lichteinfall verblüffend. Die ganze Atmosphäre atmet Dankbarkeit und Freude: das Gebäude ist denn ja auch entworfen worden vom Gedanke von Dankbarkeit und Freude aus.

Am Platz vor der Kirche steht eine Statue aus Bronze von Msgr. Santin: sie ist gemacht worden von Bruno Lucchi und eingeweiht beim fünfzigjährigen Bestehen der Kirche in 2016. Die Statue strahlt auch viel Freude aus. Es war herrlich um dort an der Sonne zu stehen und an dieser Atmosphäre teil zu haben.

Von dort war es nicht sehr weit mehr zum nächsten Ort Prosecco. Ich hatte schon nicht mehr die Illusion dass ich das offizielle Ziel dieser Etappe heute noch erreichen würde: Sistiana liegt auf einer Distanz von 17½ Km…. Ausserdem reichte ein Blick auf die riesig aufragenden Quellwolken im Südosten um mich zu überzeugen um nach Trieste zurück kehren. Über die Strasse mit schönen Weitblicken habe ich das in einer Stunde geschafft. Ich passierte auch den Leuchtturm des Sieges (Il Faro della Vittoria). Dieser Leuchtturm der mit 68 Metern einer der grössten Leuchttürme der Welt ist, wurde 1927 fertiggestellt und inauguriert vom König Vitttorio Emmauele III. von Italien. Oben auf dem Lichtkuppel steht eine Statue der geflügelten Siegesgöttin (entworfen von Giovanni Mayer, 1836‒1946). Von seiner Hand ist auch die Statue des Unbekannten Seemannes mit Südwester und Seemannsstiefeln. Der Anker ist vom Italienischen Kriegsschiff Audace. Dieses Denkmal hat eine Doppeltfunktion: eine Bake für Schiffe auf See und eine Erinnerung an Seeleute die auf dieser selben See untergegangen sind…

Als das Gewitter tatsächlich kam, war ich schon wieder im Hotel zurück. Es war erfrischender Regen; nachher habe ich mich entschlossen um abermals nach Antico Panada zu gehen fürs Abendessen. Während der letzten Tage war ich schon irgendwo anders zum Essen gegangen, aber diese Mahlzeiten hatten keine bleibende Eindrucke hinterlassen… Also sass ich draussen an der Sonne und trank ein Gläschen, und ass ich nachher drinnen eine gute Mahlzeit: eine butterweiche marinierte Sardelle mit Petersilie, Orecchetti Teigwaren mit Mediterraner Sosse (Oliven, Kapern und Tomaten) und gewürfelten Schwertfisch, gefolgt von einem royalen „fritto misto“ von Fisch, alles übergossen vom Hauswein Friulano. Kurzum – ich war am richtigen Ort!

Jedoch konnte ich nicht lange bei Tisch bleiben, weil ich eine Eintrittskarte für ein Konzert im nahen Teatro Miela hatte. Das ist ein Theater in einer etwa ungezwungenen Atmosphäre und alternativen Ausstattung, errichtet in 1990. Im Rahmen des Debussy-Jahr 2018 stand heute ein Liederrezital auf dem Programm unter dem Titel „L’Invitation au voyage“, für Sopran, Klavier und Harfe. Es gab auch ein Erzähler mit einer schönen Bariton-Stimme. Die Stücke auf dem Programm gefielen mir sehr. Der Titel ist aus dem gleichnamigen Gedicht von Charles Baudelaire, auf Musik gesetzt von Henri Duparc. Weiter viel Claude Debussy und auch Gabriel Fauré und Maurice Ravel. Zum Schluss wurde Musik von Eric Satie gespielt: elf der 21 kurzen humoristischen Werke für Klavier aus dem Zyklus „Sports et Divertissements“ mit Projektion der Original-Skizzen von Charles Martin und Kommentar des Erzählers. Sehr amüsant!

Um 22.30 Uhr war das Konzert beendet. Als ich durch die Abenddämmerung zurückging zum Hotel, war es noch angenehm warm und gemütlich in der Stadt. Ich war zufrieden mit diesem Tag!