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Den 15. Dezember 2019

Mal zu Ruhe kommen in einem lieblichen Städtchen

Heute verlasse ich Hanmer Springs, den friedlichen Erholungsort mit dem herrlichen Thermalwasser, und werde weiterreisen zur Westküste über meinen ersten Bergpass! Ich habe hier seit vergangenem Samstag, den 14. Dezember, eine schöne Zeit verbracht mit einer aussichtreichen Wanderung und einer angenehmen Badesession. Aber zuerst habe ich mich an jenem Samstagmorgen um 9 Uhr verabschiedet vom B&B Awatea, Kevin und den Niederländern und bin über die „touristische Route“ in Richtung von Hanmer Springs gefahren: mit dem passenden Namen „Inland road“. Qua Kilometer ist diese Route kürzer, aber nicht qua Zeit, denn der Weg war kurvig und führte durch weite Täler und entlang Steilhängen. Die Sonne schien und die Landschaft war manchmal lieblich und grün und dann wieder wild und bergig. Irgendwo sah ich an einem Steilhang mit viel Wald einen grossen Rudel Hirschen die frei herumliefen – und nicht wie ich hier auch öfters gesehen habe in einem „Hirschfarm“… Das war ein schöner Anblick. Ab und zu musste ich kleine Flüsse und andere Gewässer überqueren über grössere und kleinere Brücken. Hier in Neuseeland hat man eine Vorliebe für „one lane bridges“: Brücken mit einer Fahrbahn, wobei einmal der Verkehr aus der einen Richtung Vorrang hat beim Auffahren der Brücke und die anderen Verkehrsteilnehmer warten müssen – und das andere Mal ist es umgekehrt. Bei längeren Brücken gibt es manchmal in der Mitte einen Ausweichstelle… Ich hielt nach einer Fahrt von einer Stunde an um einige Bilder zu machen eines Flusses, der Conway river, der ruhig durch ein breites Flussbett floss, aber der schon im Laufe der Zeiten eine ganz tiefe Rinne ausgeschliffen hatte. Welche Ruhe und Weite waren dort!

Die Berge hier sind so hoch dass sie im Winter ganz beschneit sind: irgendwo wurde also verwiesen zum Mt. Lyford Alpine Resort, einem bekannten Skigebiet in diesem Teil von Canterbury. Angeblich soll es dort sehr schön sein, aber ich fuhr weiter weil ich es an jenem Moment nicht ganz so interessant fand. Der „Inland road”, State Highway 70, dem ich von Kaikoura folgte, hat eine lange Vergangenheit. Man hat 1882 angefangen mit dem Bau des Weges, aber wurde währenddessen mit Problemen konfrontiert. Jedoch fünf Jahre später konnte eine lange Kolonne von Wagen, von Pferden gezogen, von Waiau nach Culverden fahren. Der Verkehr über diesen Weg wurde nicht weniger als 1900 der Weg entlang der Küste (State Highway 1) eröffnet wurde. In den Jahren 1960 bi 1990 wurde der Weg immer ausgebessert und um 1988 aufgewertet nach State Highway. Ebenfalls wurden hölzerne Brücke durch gemauerte Brücken ersetzt, wie über den Fluss Wandle. Es gab jedoch noch eine Strecke von 28 Kilometern die nicht geteert war: dies ist schlussendlich 1999 und 2000 vollendet, wonach der Weg als wichtiger Unterteil der „Alpine Pacific Touring Route“ festlich eröffnet wurde. Beim de Wandle river Fluss (wo man gerade wieder mit Bauarbeiten beschäftigt waren!) liegt ein grosser Findling mit einem schönen Plakat das an diesen feierlichen Moment erinnert.

Nicht lange nachher fuhr ich in den kleinen Ort Waiau ein und erreichte eine T-Gabelung. Dort stand ein grosses, cremefarbiges Gebäude, das offensichtlich ein Hotel war: das Waiau Lodge Hotel aus 1910. Es sah verlassen und etwa heruntergekommen aus, mit Zäunen ringsum… Daneben stand eine Notunterkunft mit der Inschrift „Waiau Tavern“ die schon geöffnet hatte. Ich bestellte einen Kaffee („a long black, please!“) und einen Käse-Schinken-Toast. Während des Wartens studierte ich die Wand bei der überdeckte Terrasse: dort waren nicht nur Bilder des Hotels in seinen glorreichen Tagen, aber auch viele Zeitungsartikels über wieviel Schäden das Erdbeben von November 2016 angerichtet hatte – dasselbe Beben das auch Kaikoura so getroffen hatte! Es gab auch einen Aufruf zum Fundraising, weil die Besitzer „the Grand Lady“, früher das Herz dieses Ortes, wieder betriebsfertig machen möchten. Die Dame hinter der Theke erzählte dass sie sehr lange warten hatten müssen auf den Ingenieursbericht mit der finalen Analyse der Schäden, aber dass sie glücklicherweise einige Tage zuvor den Bericht empfangen hatten. Jetzt konnten sie wieder an Wiederaufbau denken. Von draussen sah das Hotel ziemlich gut aus, aber drinnen war es ein grosser Trümmerhaufen geworden. Sie waren jedoch ziemlich zuversichtlich dass alles wieder gut wird – ich habe ein grosszügiges Trinkgeld gegeben um ihnen zu helfen. Auch hier fiel es mir auf wiesehr die Leute an ihrem „heritage“ hängen!

Meinem Weg verfolgend kam ich bei einem recht breiten, verflochtenen Fluss – diesmal dem Waiau Uwha river. Bis 1998 hiess der Fluss einfach Waiau river, aber durch die Namensänderung kam der ursprüngliche Māori-Namen besser zu seinem Rechte. Die Schilder und die Karten vermelden jedoch einfach Waiau… Das führt zu Verwirrung, denn im Südwesten Neuseelands fliesst noch ein Fluss mit demselben Namen! Auch hier war wieder eine „one lane bridge“, die sehr lang war und deshalb auch wieder Ausweichstellen hatte. Auf den Kiesbänken lagen grosse Baumstämme, mit kahlen Ästen, als Zeugen von grossen Wassermengen; jetzt floss das Wasser ruhig durch die verschiedenen „Flechten“ träge stromabwärts.

20191214_114133 - Neuseeland - CAnterbury NZ - Ort Waiau - Fluss Waiau - verflochtener Fluss - Neuseeländische Südalpen
Ausserhalb vom Ort Waiau: Aussicht von wieder einer grossen Brücke über den verflochtenen Waiau Fluss mit den Südalpen im Hintergrund
20191214_114321 - Neuseeland - CAnterbury NZ - Ort Waiau - Fluss Waiau - verflochtener Fluss - Neuseeländische Südalpen
Auserhalb vom Ort Waiau: Panoramablick von der Brücke über den Waiau Fluss – die Ausweichstelle halbwegs der Brücke ist sichtbar

Nach ungefähr 20 Kilometern erreichte ich nördlich des Ortes Culverden den State Highway 7 dem ich nach Nordwesten, nach Hanmer Springs, immer weiter folgte. Der Weg liegt neben dem Fluss Waiau, der hier schmaler ist und durch eine tiefe Schlucht fliesst: ideal für Adrealin-Süchtige, denn hier kann man Bungeespringen und mit eine Jetboot über dem wilden Wasser rasen…

Gegen 13.00 Uhr war ich im ruhigen und grünen Ort Hanmer Springs, wo ich bald mein Hotel fand: das Heritage Hotel, das je, 1897, als einfache lodge gebaut worden war und 1932 umgebaut zu einem in hell Ocker gemalten und italienisch anmutenden Hotel – es sah ganz einladend aus! Mein Zimmer mit Blick nach Westen über den Rasen und den Weg war luxuriös ohne Übertreibung und darüber war ich echt zufrieden! Das Wetter war immer noch schön und angenehm warm, also ging ich rasch ins Dorf. Nördlich des Ortes sah ich einen auffälligen, ganz bewaldeten kegelförmigen Berg mit dem treffenden Namen „Conical Hill“: ein Wanderweg führt zum Gipfel – das war auch ein meiner Pläne!

Obwohl die Thermalquellen schon bei den Māori bekannt waren, wurden sie um 1859 von den Europäern entdeckt. Sie entschieden sich um eine Niederlassung zu gründen und die Quellen zu entwickeln. Die Gebäude wirken ruhig, aber bestimmt auch die Bepflanzung. Wenn man durch das Dorf geht sieht man dass die Fahrbahnen voneinander geschieden sind von einer breiten mit alten Eichen bepflanzten Allee mit Fusspfäden, Rasen und Sitzbänken. An der Südseite des Dorfes wo der State Highway 7A in das Dorf kommt hat man eine weite Aussicht auf die Berge an der anderen Seite des breiten Tales wodurch der Waiau Fluss fliesst, aber der ist von diesem Punkt nicht sichtbar. Es gibt auch hier natürlich viele Touristen, aber irgendwie fallen sie nicht auf. In der Nähe des Thermalbades stehen auch ganz grosse und alte Kiefer. Im Anfang des 20. Jahrhunderts sind hier viele nicht-einheimische Bäume angepflanzt worden: meistens Kiefer und Tannen für die Holzproduktion. Das verleiht der Umgebung auch ihre grüne Ausstrahlung. Auch hier steht eine Memorial Hall für die Gefallenen “von hier“ in allen Kriegen des 20. Jahrhunderts: ihre Namen sind auf Schildern bei der Zugangspforte. Am 6. Juni 1964 ist bei dieser Hall einen Gingko (Gingko biloba) gepflanzt worden vom ehemaligen Generalgouverneur von Neuseeland, Brigadier Sir Bernard Fergusson (1911–1980). Bei der Einfahrt ins Dorf steht auch noch eine Gedenktafel mit den Namen der Gefallenen aus Hanmer Springs – rote „poppies“ waren daran geheftet worden…

Eine andere Verbindung zum Krieg ist das Queen Mary’s Hospital, ein Krankenhaus das ab 1916 diente als militärisches Erholungsheim für im Ersten Weltkrieg verletzte neuseeländische Soldaten, vor allem für die Pflege von shell shock. An der Stelle wo das Krankenhaus heute steht war 1897 schon ein Sanatorium gebaut worden, weil man ab 1860 die heilende Wirkung der Mineralquellen anerkannt hatte. 1914 ist es niedergebrannt. Von 1914 bis zu Eröffnung des Krankenhaus hat der damalige Besitzer des Heritage Hotels sein Gebäude zu Verfügung gestellt. Auch dann zeigte sich die Mehrwert solches Krankenhauses gerade an dieser Stelle. Heute gibt es noch ein originelles Gebäude des „Soldiers’ Blocks“, das gekennzeichnet wird durch die vielen Fenster um optimal Sonnenlicht hereinzulassen. Die Parkanlage ringsum in der frischen Bergluft war auch entworfen worden um die (geistige) Gesundheit zu fördern. Auf den Informationstafeln standen auch Bilder aus der Zeit als das Krankenhaus in Betrieb war. Das Krankenhaus blieb bis 1921 unter Militäraufsicht, wonach es übertragen wurde an das Gesundheitsministerium. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Soldiers’ Block erneut benutzt für die Revalidierung von Soldaten. Auf dem Gelände des Krankenhauses wurde 1926 ein Gebäude eröffnet für Frauen mit Nervenkrankheiten. Ab 1960 wurde das Krankenhaus an die Abteilung Geistige Gesundheit für die Pflege Alkohol- oder Drogensüchtiger übertragen. Als 2003 die staatlichen Subventionen gestoppt wurden, musste das Krankenhaus die Türen schliessen. Seit 2010 ist der Ort als Denkmal geschützt. Obwohl es in dieser Umgebung noch viel Aufräum- und Malarbeiten zu erledigen sind, fand ich es sicher einen speziellen Ort mit bestimmt einer besonderen Geschichte.

20191214_142019 (2) - Neuseeland - CAnterbury NZ - Hanmer SPrings - St. Mary's Hospital - Krankenpfleger - Erster Weltkrieg
Hanmer Springs: ein Bild des Krankenhausstabes auf einer Informationstafel beim ehemaligen Queen Mary’s Hospital (1917)

Der Ort verdankt seinen Namen an Thomas Hanmer (1827-1892), einen Landvermesser der ursprünglich aus Wales stammte und als settler 1852 in Neuseeland, in Lyttelton, ankam. Obwohl er nie in Hanmer Springs gelebt hat (sondern auf einer grossen „station“, einem Bauernhof am Conway river Fluss und später in Australien), hat er schon das Gebiet um Hanmer Springs vermessen. Im Dorf steht eine grosse Statue, teils aus Bronze, von ihm mit einer Messlatte in der Hand. In der Nähe ist ein kleines hölzernes halboffenes Gebäude aus weiss gemalten Brettern und grünen Mauerumrandungen und ausgestattet mit Sitzbänken: das „Banana House“, das in den 1920er Jahren gebaut worden ist und das ursprünglich Glasfenster hatte. Diese sind entfernt worden Vandalismus wegen. Die Dachkonstruktion ist aus Aluminiumplatten. Angeblich ist der Name entstanden aus der Kombination des Namen des Baumeisters, Bertie Orange, dessen Spitznamen „Bertie Bananas“ war und des nebenan gepflanzten „monkey tree“, des Affenbrotbaumes! Ich sah nur noch den abgesägten Strunk, aber nicht mehr den Baum…! An der breiten Allee steht auch eine elegante weisse Kirche mit einem grünen Dach: es ist dem St. Rochus geweihte katholische Kirche aus 1904. Die grosse Anzahl von Essgelegenheiten fallen hier auf: sie repräsentieren viele internationale „cuisines“.

Am nächsten Morgen wachte ich schon früh auf und sah das Licht der aufgehenden Sonne auf die Bergkette im Westen scheinen und auch noch den Mond am Himmel stehen. Es versprach ein schöner Tag zu werden. Ich entschied mich selbst zu verwöhnen mit einem guten Frühstück im Restaurant „Isobel“ des Hotels, benannt nach dem Berg Mt. Isobel nördlich von Hanmer Springs: mit diesem gut gepflegten luxuriösen Frühstück hätte ich Energie für den ganzen Tag! Ich hatte von meinem Tisch Sicht auf den wunderschönen Hotelgarten und die Wälder gegen den Berghängen. Im Korridor zum Restaurant standen viele verzierte Weihnachtsbäume – der vielen Unternehmer aus dem Dorf!

Nachher machte ich mich auf dem Weg für meine Wanderung zum Gipfel des Conical Hills. Es zeigte sich schon jedermanns bevorzugte Sonntagmorgenwanderung zu sein, denn es gab seher viele Leute. Ich habe sie jedoch genossen: über breite, von Nadeln bedeckte Pfade führte die Wanderung zum Gipfel. Unterwegs war die Aussicht schon schön, aber einmal oben hatte ich von einem überdachten hölzernen Gebäude, dem „Conical Hill Summit House“, auf 550 Meter Höhe, einen freien Blick in alle Himmelsrichtungen. Von hieraus konnte ich jetzt den Waiau Fluss sehen, nicht gerade das Wasser, aber doch das graue Flussbett. Nach Norden schaute ich aus zu den Bergen des Hanmer Forest Parks, mit u.a. dem Mt. Isobel. Von diesem Punkt fangen auch längere Wanderungen an – das wird wohl etwas für „ein nächstes Mal“ sein! Beim Gebäude lag ein ganz grosser Felsbrocken mit einem Plakat zu Ehren von Duncan Rutherford (1853-1917) wegen seines unermüdlichen Einsatzes für die Entwicklung des „Hanmer Basins“, die Ebene um Hanmer Springs, worüber ich vom Gipfel schaute. Der Fels war 1933 aufgestellt worden vom „Hanmer Springs Progress League“…

Und dann war es natürlich Zeit um baden zu gehen! Im Komplex der Hanmer Springs Thermal Pools&Spa war es auch wegen des warmes Wetters sehr angenehm zu verweilen, ohne dass es von Besuchern überfüllt war. Es gab mehrere sechseckige Bäder mit Wasser von 38–40° Grad. Das war wirklich herrlich: ich war eigentlich nicht im Stande wieder heraus zu kommen… Man konnte sich in der Sonne hinsetzen, aber irgendwann war das jedoch zu heiss und auch qua Einstrahlung der Sonne etwas vom Guten zu viel! Es gab auch noch andere Bäder, wie die rock pools, wovon die Ufer bekleidet waren mit Felsbrocken und überwachsen von schönen einheimischen Pflanzen. Auch gab es Schwefelbäder: sehr gut für die Haut und nicht zu stark nach Eiern riechend! Für die jüngeren Besucher und die Liebhaber von Wasserrutschen und anderen Wasserattraktionen ist auf einem Gelände grenzend am Queen Mary’s Hospital, seit einigen Jahren ein richtiges Schwimmparadis kreiert worden das von dichten Gestrüpp getrennt ist vom Thermalbad. Deshalb gab es fast keine Lärmbelästigung. Das Wasser das von Natur aus vielerlei Mineralien enthält braucht 173 Jahre um von Regentropf oder Schneeflocke durch die Berge aus sehr hartem und mineralienreichem Sedimentgestein wie Grauwacke, nach ungefähr 2 Kilometer Tiefe zu sickern und von dort, aufgewärmt von der Erde, wieder an die Oberfläche zu kommen. Der Māori Name dieser Quellen ist „Te Whakatakaka O Te O Ahi Tamatea“ und bedeutet wörtlich „wo die Asche von Tamateas Feuer liegt“. Hierzu gehört auch wieder so eine schöne Legende über das Entstehen der Quellen von Hanmer Springs. Der berühmte Krieger Tamatea war mit seinen Männern in einem Kano unterwegs an der Ostküste der Region Otago, als sie Schiffbruch erlitten. Er bat dem Chief der Vulkane auf der Nordinsel um sie zu retten vom Erfrierungstod. Der Chief sendete Flammen aus dem Krater des Ngauruhoe Vulkan. Einige der Flammen sollten gelandet sein in Hanmer Springs! Die eher wissenschaftliche Erklärung ist dass diese Quellen entstanden sind durch die Brüche in den Felsen auf der „Hanmer Fault“, einem Unterteil einer der grossen Bruchlinien auf der Südinsel, der „Hope Fault“. Angeblich läuft die Bruchlinie quer durch das Dorf…

Eine auffällige Skulptur steht am Rande des Komplexes: es ist ein stilisierter Wassertropfen von 50 cm hoch, aus neuseeländischem Jade, „greenstone“ oder auf Māori „pounamu“, gefasst in einem Fuss aus rostigem Eisen. Pounamu wird nur auf der Südinsel Neuseelands aufgefunden. Das Gestein hat grosse symbolische Wert für die Māori – der Name des Gesteins kommt eben vor im Māori-Namen für die Südinsel: „Te Wa(h)i Pounamu“, das Land des Jades. Der pounamu gehört den Māori nach zu den grössten „taonga“ (Schätze) von Neuseeland. Der wichtigste und grösste Māori-Stamm auf der Südinsel, der Ngnai Tahu, ist der „kaitiaki“, der „Hüter“ des pounamus. Dieser Tropfen ist 2017 vom berühmten Māori Künstler Fayne Robinson (*1944 in Hokitika an der Westküste) gebildhauert aus dem grössten Brocken greenstone je aufgefunden auf der Südinsel. Der Künstler sagt auf einer der Tafel die daneben stehen dass die schmale Öffnung im hinteren Stein der Skulptur steht für das Wasser das reich an Mineraliendurch die Berge hochkommt und für einen der meist ikonischen Flüsse die durch diesen Teil der Berge fliesst. Auf der zweiten Tafel erklärt er dass dieser Stein sehr gut geeignet ist um negative Energie auf zu nehmen und positive Energie ab zu geben. Auf der Tafel steht auch noch eine schöner Satz auf Māori „He roimata tuturu“, „My sorrow has been left in the stone“. Ich sah nicht nur einen Wassertropfen, sondern auch zwei Hände die zusammen wie eine beschützende Höhle wirkten. Ich habe meine Hand über den Stein gleiten lassen – er fühlte sehr weich und nicht wirklich kalt. Eine besondere Energie!

20191215_105255 (2) - Neuseeland - Canterbury NZ - Hanmer Springs - neuseeländischer Jade - Pounamu - Thermalquelle - Thermalwasser - Fayne Robinson - Maori-Kultur
Hanmer Springs: ein grosser Brocken neuseeländischer Jade (Greenstone, auf Māori Pounamu) von Fayne Robinson poliert im Thermal Pools Komplex

Nach noch einigen Malen meine Runden durch alle Bäder gemacht zu haben, habe ich eine Tasse Kaffee getrunken im Tea Kiosk, der noch im authentischen Gebäude aus 1904 ist. Schon ist das Innere im Laufe der Zeit moderner geworden. Ich sass angenehm in der Sonne und schaute über die Bäder mit den Leuten die alle so herrlich genossen – ich also auch.

Ein anderer Gegenstand der auch noch authentisch ist, aber nicht mehr in Betrieb ist der Gasbehälter der beim Zugang zum Bäderkomplex steht. Auf einer Tafel bei diesem Lagertank steht dass dieser gasometer vom Anfang 1898 bis 1940 diente als Behälter für Stadtgas benötigt für die Heizung und die Beleuchtung vieler Gebäude im Ort, wie auch das Queen Mary’s Hospital. Das Gas wurde gewonnen aus den Dämpfen die aus den Quellen heraufstiegen. Der Gasbehälter hatte ein bewegbares Dach das mit Ketten, Pullis und Gewichten bedient wurde. Das Niveau des Gases im Gasbehälter bestimmte den Stand des Daches. Heute steht das Dach auf seinem niedrigsten Stand: das Fass ist leer. Der gasometer wurde überflüssig als Hanmer Springs 1940 angeschlossen wurde am nationalen Stromnetz. Wieder ein Teil der gut konservierten und dokumentierten Geschichte!

Wie schon gesagt habe ich hier eine schöne Zeit gehabt und ich möchte „ein nächstes Mal“ wieder zurückkehren für mehr Bade- und Wanderpass!