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Weitere Informationen über diese Etappe, basiert auf der Webseite der Via Alpina werden hier gegeben.


Den 21. Juli 2017

Etappe C3a: von Sargans nach Weisstannen

Der erste Teil der Wanderung war ruhig: ich lief zwischen der Eisenbahnstrecke und Häusern mit gut gepflegten Gärten und mit Blick auf das Schloss und den Gonzen, unterquerte die Autobahn und ging weiter durch einen Vorort von Mels. Es war strahlendes Wetter.

Es wurde immer schöner als ich einmal in der Stadt den Fluss Seez überquert hatte.

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Mels: Der Fluss Seez mit dem Berg Gonzen im Hintergrund

Nach einem ziemlich anstrengenden Aufstieg erreichte ich das Ende der Häuser und sah auf einer Wiese im Schatten eine Gämsgeiss mit einem Kitzen der letzten Saison. Sie weideten ruhig weiter bis sie angeblich mein Geruch spürten – und sie in den Waldrand verschwunden. Nachher stieg der Weg immer noch weiter an: es war ein alter und ziemlich breiter Weg durch ein wunderschönes Buchenwald. Dies soll der alte Weg sein von so vielen Jahrhunderten her, worauf Kaufleute mit vollbepackten Maultieren, Jäger und Bauern das Tal hinauf gegangen sind. Das war doch ein besonderes Gefühl: hier und jetzt zu wandern zu meinem Vergnügen und ohne Sorgen auf derselben Weg als die Leute von früher die dazu gezwungen waren um ihren Lebensunterhalt zu erwerben und zu überleben.

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Mels: Die alte Strasse nach Vermol mit den Trockenmauern

Es war angenehm um im Schatten zu gehen, weil die Temperatur mittlerweile ganz sommerlich geworden war. Nach der Strecke durch das Wald erreichte ich wieder die Weisen im Sonnenschein mit einem wunderbaren Blick ins Tal: es war ein idyllisches Bild…

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Blick ins Weisstannental

Ich plauderte ein Moment mit einem Mann der beschäftigt war mit der Motorsense am Strassenrand. Er erzählte dass es viele Gämsen in dieser Gegend gibt und dass die das ganze Jahr im Tal bleiben. Im frühen Morgen kommen sie mit den Jungtieren bei seinem Haus auf den Bergwiesen um zu weiden… Die Abwechslung von satten Wiesen, alten Wälder mit Buchen und Fichten und den vielen Wasserfällen machte das Wandern sehr angenehm.

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Weisstannental: Einer der vielen Wasserfälle die den Fluss Seez speisen

Für routinierte Bergwanderer wäre eine Etappe wie diese vielleicht etwas langweilig, aber ich mag es um diese grüne und bewaldete Gegend zu durchqueren und zu schauen wie Generationen von Bauern und anderen Talbewohnern in diesem Tal gelebt und gearbeitet haben, klar mit viel Hingabe und Beharrlichkeit. In Schwendi hat ein Bauer voller Stolz all seine Preise die er gewonnen hat mit seinem jungen St. Galler Braunvieh, an die Stallwände genagelt:

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So sieht Braunvieh aus
de.wikipedia.org/wiki

Nach einem grossen Glass Apfelsaft mit Mineralwasser im Gasthaus zur Mühle kam ich ein wenig später auf die Hauptstrasse durchs Tal und konnte auch hier wieder den Berg Gonzen deutlich sehen.

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Schwendi SG: Auch hier gibt es einen Blick auf den Berg Gonzen

Entlang den Ufern des freundlich rauschenden Flusses Seez habe ich meine Wanderung fortgesetzt und kam in Weisstannen an. Es war alles in allem einer schöner Wandertag.

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Weisstannen: Das Ziel dieser Etappe

Es ist idyllisch in diesem Tal. Jedoch habe ich unterwegs an manchen Stellen Schaden in der Landschaft gesehen, verursacht durch Murgänge. Während der Busfahrt kamen wir langsam voran wegen Bauarbeiten am Weg, wobei neue Betonwände am Ufer des Flusses Seez gesetzt wurden. Auch gab es grosse Stapel von Zweigen und kleinen Baumstämmen an der Wegkante. Auch an den Berghängen waren Spuren von ausgiebigen Abholzungen zu sehen. Zurück in Sargans habe ich im Internet recherchiert. Es stellte sich heraus dass diese Aktivitäten notwendig waren, weil es in August 2015 und in September 2016 bis zu zwei Mal grosse Überschwemmungen gegeben hat, verursacht durch sogenannte “stationäre” schwere Gewitter und Regenböen. Diese Regenwolken regnen über dem Tal leer, sodass grosse Mengen Wasser, Schlamm, Stämme und Steine sich einen Weg suchen in und vor allem ausserhalb den Bach-und Flussbetten. Es gibt zwei Videos (in Schwyzerdütsch) über beide Katastrophen: “Verwüstung in Schwendi, Weisstannental” vom 10. August 2015 (4 Minuten) und “Weisstannen-Mels : Naturgewalten gebannt” über den 10. September 2016 (41 Minuten). Die Bilder sind erschütternd. An den Stellen wo ich heute so froh und mit viel Freude gegangen bin, hat sich eben zweimal eine Katastrophe vollzogen. Situationen die alles andere als idyllisch waren… Die Bergwelt hat wirklich zwei Gesichter.