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Den 2. August 2021

Der römische „Limes“ damals und heute

Das Römische Reich
Im ersten Jahrhundert unserer Ära hatte das Römische Reich unter der Herrschaft Kaisers Traian (98-117 nach Chr.) ungefähr seinen grössten Umfang erreicht. Es dehnte sich damals aus von Brittania (das heutige England und Wales und nur ein Teil Schottlands) im Norden bis Mauretania (ein altes Berber-Königreich im westlichen Teil Nordafrikas), von dort ostwärts über den Sudan bis in die iranischen Hochländer im Osten, inklusive Georgien, der Krim, entlang der Donau und dem Rhein bis zur Nordseeküste. Es umfasste also das ganze Mittelmeergebiet und einen Grossteil des Nahen Ostens, die Balkan und Westeuropa. Jahrhundertelang bildeten Rhein und Donau die Nordgrenze des Römischen Reichs und dadurch auch die Grenze zwischen „Kultur“ und „Barbaren“.
Ursprünglich hätte Kaiser Augustus (63 vor Chr. – 14 nach Chr.) die Elbe zur Nordgrenze seines Reichs machen wollen. Die Eroberung der am rechten Ufer des Rheins situierten Germania Magna endete jedoch in eine militärische Katastrophe. Obwohl es schon viele Eroberungen in jenem Gebiet gegeben hatte in der Zeit rundum dem Anfang unserer Zeitrechnung, waren 9 nach Chr. drei Legionen (20.000 Soldaten!) unter Befehl von Publius Quinctilius Varus vernichtet worden von einem Verbund germanischer Stämme unter Leitung von Arminius. Er war ein Fürst des Cheruskenstammes, der während einiger Zeit als Offizier im römischen Heer gedient hatte. Diese Varusschlacht hat wahrscheinlich stattgefunden im Teutoburger Wald nördlich der heutigen Stadt Osnabrück und wird deshalb auch wohl „die Schlacht beim Teutoburger Wald“ genannt. In den darauf folgenden Jahren erlitten die Römer bei verschiedenen Schlachten aufs Neue schwere Verluste. Dies hat schlussendlich geführt zum Zurückziehen der römischen Truppen bis auf die Linie von Rhein und Donau und zum Bau des Limes.

Zur Zeit Trajans‘ Todes 117 nach Chr. hatte das Römische Reich seinen grössten Umfang erreicht
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Der „Limes“ und der Limesweg
Limes“ bedeutet auf Lateinisch zuerst „Grenze“ und nachher ist der Begriff „Weg“ dazugefügt worden. Konkret steht die Bezeichnung für die Grenze und Verteidigungszone des Römischen Reichs, hauptsächlich errichtet in der Zeitspanne 40 nach Chr. bis ± 250 nach Chr. In Brittania läuft der Limes durch Schottland, mit dem Hadrianswall aus 122 nach Chr. und dem Antoniuswall aus 142 nach Chr. Der erste Wall liegt in Luftlinie 100 Kilometer südlicher als der zweite Wall. Grosse Strecken des Hadrianswalls sind noch in guter Fassung. Der Limes Germanicus besteht aus zwei Teilen: der Niedergermanische Limes und der Obergermanisch-Rätische Limes. Der Niedergermanische Limes verlief von der Nordseeküste bei Katwijk entlang dem Fluss der heutzutage der „Oude Rijn“ (der Alte Rhein), der „Kromme Rijn“ (der Krumme Rhein) und der Niederrhein ist nach Deutschland. Der Obergermanisch-Rätische Limes was der Teil der Aussengrenze des damaligen Römischen Reichs zwischen dem Rhein und der Donau und der Provinz Raetia (ungefähr die Regionen des Schweizer Kantons Graubünden, der österreichischen Länder Tirol und Vorarlberg und der italienischen Lombardei). Der Donau-Limes ist Teil der römischen Militärgrenze entlang der Donau über dem Gebiet der heutigen Länder Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien.

Der Teil des Limes der in der damaligen römischen Provinz Germania Inferior lag, fing in den Niederlanden an bei der Mündung in die Nordsee des Flusses der heute der Oude Rijn ist, entlang dem Kromme Rijn en Niederrhein, von Katwijk aan Zee (Lugdunum Batavorum) und Valkenburg (ZH) (Praetorium Agrippinae) über Leiden (Matilo), Alphen aan den Rijn (Albaniana), Utrecht (Traiectum) und Arnhem (Levevanum). In Deutschland verlief diese Grenze weiter über Xanten (Castra Vetera) und Neuss (Novaesium) zur Hauptstadt der Provinz, Köln (Colonia Agrippina). Entlang dem Limes war ein Weg gebaut worden, der Limesweg, der die römischen castella (Festungen für Auxiliartruppen) mit einander und mit dem Hinterland verband. Dieser Weg war nicht nur wichtig als Militärweg, sondern auch für den Handel und das Überbringen von Nachrichten. Archäologische Forschungen haben gezeigt dass in den Zeiten der Kaiser Traian und Hadrian ausgiebig investiert worden ist im Ausbau und in Pflege dieses Weges.

In den Niederlande sind an vielen Orten Beweise gefunden dieses Limes-Weges und der castella: vor allem bei Vorbereitungsarbeiten für den Bau von Eisenbahntrassen und Strassen und neuen Stadtvierteln.

In einem castellum wurden zwischen 500 und 800 Soldaten einquartiert, Infanterie und Reiter, zum Beispiel vier centuriae (Pelotons) Infanteristen mit hundert Männern und zwei Kompanien mit dreissig Kavalleristen. Ein castellum soll unterschieden werden vom castrum, einem Militärlager der Legionen, wo über 5.000 Soldaten verbleiben konnten. In einem kleinen castellum konnten um 500 bis 600 Soldaten leben. In einem grossen castellum was Platz für 5.000 bis 6.000 Soldaten. In der Nähe eines castellum entstand oft eine Niederlassung, ein vicus. Verschiedene niederländische Städte sind entstanden an Stellen wo römische castella gestanden haben, wie entlang dem Limes Alphen aan den Rijn (Albaniana), Woerden (Laurium) und Utrecht (Traiectum).

Eine Liste von castella von der deutschen Grenze bis an die Nordsee könnte sein:
Carvium (Drususdamm), beim heutigen Ort Herwen
castellum bei Kastell Duiven Loowaard
castellum beim Auenlandschaftspark Meinerswijk Arnhem (ist dies Castra Herculis?), laut der Peutinger-Karte ist dieses castra jedoch am Weg von Nijmegen zum Rheinufer situiert.
castellum bei Kastell Overbetuwe Driel (?)
castellum bei Kastell Overbetuwe Randwijk (?)
Carvo(ne), beim heutigen Ort Kesteren
Kastell Mannaricium, beim heutigen Ort Maurik
Levefanum, Rijswijk
Fectio, beim heutigen Ort Vechten: ein Votifstein ist aufgefunden worden mit Inschrift FECTIONE.
Kastell Traiectum in Utrecht, angegeben mit Traiecto im Itinerarium Antonini zwischen Mannaricium (Maurik) und Albaniana (Alphen aan den Rijn).
Kastell Op de Hoge Woerd bei Utrecht-De Meern.
Laur(i)um, beim heutigen Ort Woerden.
Kastell Bodegraven bei Bodegraven.
Nigrum Pullum, beim heutigen Ort Zwammerdam.
Albaniana, der heutige Ort Alphen aan den Rijn.
Kastell Leiden-Roomburg, das heutige Stadtsviertel Roomburg in Leiden
Praetorium Agrippinae, der heutige Ort Valkenburg (ZH): man hat eine Scherbe gefunden mit Inschrift (A)GRIPPINA(E).
Lugdunum Batavorum, westlich von Katwijk: die Ruinen werden auch Brittenburg genannt.

Die Tabula Peutingeriana (die Peutinger-Karte)
Ein Dokument das viele Informationen über den Limes enthält ist die Tabula Peutingeriana oder Peutinger-Karte. Es ist eine Kopie einer römischen Reisekarte aus dem 3. oder 4. Jahrhundert. Sie gibt ein Gebiet wieder von Grossbritannien, Spanien und Nordafrika in Westen bis zum Fluss Ganges im Osten. Die älteste bekannte Kopie ist eine Handschrift aus dem 13. Jahrhundert, die heutzutage aufbewahrt wird in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Diese Kopie hat der Karte ihren Namen gegeben: 1507 ist die Karte dem Humanisten, Juristen und Sammler Konrad Peutinger (1465 – 1547) aus Augsburg hinterlassen worden.

Die Tabula Peutingeriana ist eine Schriftrolle aus Pergament, zusammengesetzt aus 12 Blättern von ungefähr 38 Cm hoch, jedes 59 bis 65 Cm lang, mit einer totalen Länge von 6,82 Metern. Das erste Blatt, mit darauf der Iberische Halbinsel und den britischen Inseln ist verschollen, wodurch heute nur noch 11 Blätter übrig sind. Die Karte ist nicht geografisch-getreu, sondern eher ein schematisches Diagramm des Wegenetzes und der Haltepunkte zwischen Tagesetappen im Römischen Reich. Beim grössten Teil der Karte werden auch die Abstände der Etappen angegeben, teilweise in römischen Meilen (milia passuum, 1.482 Meter), und für den gallischen Teil in leugae (ungefähr 1½ römische Meile, also 2.223 Meter).

Für diejenigen die noch weiter schauen möchten: auf der (niederländischen) Webseite von „Romeinen.nl“ (eine Zusammenarbeit zwischen Romeinse Limes Nederland und RomeinenNU) steht eine digitalisierte Limes-Karte. Es ist ein rekonstruiertes Satellitenbild des Limes und bietet einen Google Earth-Anblick der Landschaft um 200 nach Chr. Die Karte ist interaktiv und enthält Informationen über Orte und Funde und kann sichtbar gemacht werden mit informativen Schichten von Google Maps und der Peutinger-Karte. Weiter steht auf der Webseite von OmnesViae eine digitalisierte Rekonstruktion der Peutinger-Karte, wie eine Art von Google Maps: ein römischer Routenplaner und dazu auch noch auf Lateinisch! Witzig…

Arnhem: auf einer Infotafel steht der Teil der Tabula Peutingeriana (Peutinger-Karte) des Gebietes westlich von Nijmegen (rechts oben umkreist)

UNESCO-Weltkulturerbe
Es gibt schon Teile des Limes die in der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden sind. In Schottland stehen der Hadrianswall aus 122 nach Chr. und der Antoniuswall aus 142 nach Chr. auf der Liste, wie seit 1987 auch der Obergermanische Limes in Deutschland (mit Erweiterungen 2005 und 2008). 2011 haben die Niederlande und Deutschland bei der UNESCO die Bitte eingereicht um den (Niedergermanischen) Limes als Weltkulturerbe zu bestimmen. In den vergangenen Jahren ist viel investiert worden um der niederländische Limes beim breiten Publikum bekannt zu machen, u.a. durch verschiedene Teile des Limes-Weges sichtbar zu machen, durch die Rekonstruierung von Gebäuden und die Entwicklung des Fernwanderweges „Römischer Limes-Weg“. Dieses Jahr, am. 27. Juli 2021, ist der Niedergermanische Limes tatsächlich in der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden!

Der Römische Limes-Weg (Het Romeinse Limespad)
Der Romeinse Limespad ist als Nr. 16 in der Serie Fernwanderwege (Langeafstandswandelingen, LAW) in den Niederlanden aufgenommen worden und besteht aus 19 Etappen miet einer Länge von 10 bis 19 Km. Auf der Webseite der Wanderorganisation Wandelnet kann man die Wegbeschreibungen herunterladen. Der Text ist leider nur auf Niederländisch. Man kann die Etappen vom Westen nach Osten gehen, aber auch vom Osten nach Westen.

Die Einteilung des Romeinse Limespad-Weges laut der Webseite von Wandelnet ist wie folgt:

Etappe 1. Von Katwijk aan Zee nach Leidsche Hout
(12,9 Km)

Etappe 2. Von Leidsche Hout nach Leiden, Lammebrug
(12,0 Km)

Etappe 3. Von Leiden, Lammebrug zum Polder Westgeer
(12,5 Km)

Etappe 4. Vom Polder Westgeer nach Zwammerdam
(16,9 Km)

Etappe 5. Von Zwammerdam nach Driebruggen
(17,2 Km)

Etappe 6. Von Driebruggen nach Woerden, Limes-Brücke
(16,0 Km)

Etappe 7. Von Woerden, Limes-Brücke zum Amsterdam-Rijnkanaal (Utrecht)
(18,3 Km)

Etappe 8. Vom Amsterdam-Rijnkanaal (Utrecht) nach Fort bei Vechten
(15,6 Km)

Etappe 9. Von Fort bei Vechten nach Werkhoven
(11,1 Km)

Etappe 10. Von Werkhoven nach Rijswijk
(17,9 Km)

Etappe 11. Von Rijswijk nach Lienden
(16,8 Km)

Etappe 12. Von Lienden nach Wageningen, Hafen
(15,9 Km)

Etappe 13. Von Wageningen, Hafen nach Heveadorp, Westerbouwing
(19,0 Km)

Etappe 14. Von Heveadorp, Westerbouwing, nach Arnhem. Meinerswijk
(14,9 Km)

Etappe 15. Von Arnhem, Meinerswijk nach Bemmel, De Pas
(19 Km)
Lesen Sie bitte den Reisebericht über diese Etappe vom 24. Februar 2021: „Der römische „Limes“ in den Niederlanden: von Arnhem nach Bemmel

Etappe 16. Von Bemmel, De Pas, nach Nijmegen, Keizer Traianusplein
(11,2 Km)

Etappe 17. Von Nijmegen, Keizer Traianusplein, zum Duivelsberg, Beek en Dal (10,1 Km)

Etappe 16. Von Bemmel, De Pas, nach Nijmegen, Keizer Traianusplein
(11,2 Km)

Etappe 18. Von Voorburg nach Leiden, Lammebrug
(18,3 Km)

Etappe 19. Vom Duivelsberg über Kleve und Kalkar nach Xanten
(65 Km)